Broken Kritik an Dennis Meseg Kunstinstallation
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Still not Broken – Kritik an Kunstinstallation von Dennis Meseg

Aufgestellt in Reih und Glied wirken sie fast wie eine kleine Armee. Die orangefarbenen Schaufensterpuppen, sind Teil einer Installation des Bonner Künstlers Dennis Meseg. Eine Stadt, ein Tag – heute sind Sie auf dem Bielefelder Kesselbrink zu finden.

Schlag-Worte und Mantras

Auffällig sind großformatige Glaubenssätze und Schlagworte mit Klebeband auf die genormten Gestalten aufgebracht. „Du bist nicht allein“, „Zwangsprostitution“, „Schäm Dich nicht“.  Die Schlag-Worte und Mantras, so beschreibt es der Künstler, sollen auf die weltweit verbreitete Gewalt an Frauen aufmerksam und betroffenen Frauen gleichzeitig Mut machen.

Ein Teil zerbrochen

Seit dem 25. November, dem weltweiten Gedenktag zur Gewalt an Frauen, stellt Dennis Meseg seine Installation, für jeweils einen Tag, an markanten Orten in Deutschland auf. So war er bereits auf der Kölner Domplatte zu sehen, vor dem Bonner Frauenmuseum und demnächst ist er in Hamburg auf der Reeperbahn. Für seine Ausstellung hat er den markanten Namen „Broken“ gewählt. „In jedem der Gewalt erfahren hat“, so Denis Meseg, „ist ein Teil zerbrochen.“

Impuls kam von Gleichstellungsstelle Rhein Sieg

Der Impuls für die besondere Darstellung des Themas „Gewalt an Frauen“ kam vom Arbeitskreis der Gleichstellungsstelle Rhein Sieg. Sie fragten an, ob der Künstler, der aktuell eine ähnliche Installation zur Corona-Thematik konzipiert hatte, ihnen die Schaufensterpuppen zum Aktionstag am 25. November ausleihen würde. Aus dieser Idee heraus entwickelte Dennis Meseg sein Konzept für die Ausstellung „Broken“.

Frauenkörper als Objekt

Zwei junge Frauen, die zufällig auf die Ausstellung aufmerksam wurden finden sich in der Darstellung der Frauenkörper als Objekte wieder. Elena und Nicole wissen wie es sich als Frau anfühlt, als Gegenstand bezeichnet zu werden.

 

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Kritik an Dennis Mesegs Installation

Doch die Installation der, zu Gewaltopfern stilisierten, Schaufensterpuppen findet nicht nur Anklang. Über Social Media Kanäle hat sich eine 20 köpfige Aktionsgruppe aus Feministinnen formiert, die sich gegen Dennis Mesegs plakative Darstellung von Opfern sexualisierter Gewalt aussprechen. Jorinde Wiese, Aktionistin und Satirikerin aus Freiburg  und Laila Riedmiller, Gleichstellungsbeauftragte des Asta an der Uni Bonn haben sich erst  vor kurzem kennengelernt. Zusammengeführt hat sie und die anderen Aktivistinnen die Kritik an Dennis Mesegs Installation. Gemeinsam haben Sie ein Statement verfasst und veröffentlicht. Unter dem Hashtag #StillNotBroken bündeln sie ihre Kritik auf den Sozialen Netzwerken.

Keine Hilfsangebote

Nicht nur die Fokussierung des Kunstwerks von Dennis Meseg auf die Opferperspektive bewerten die Feministinnen als problematisch für betroffene Frauen mit Gewalterlebnissen. Zumal der Künstler zwar auf die Thematik aufmerksam mache, aber im Nachgang keine weiterführenden Hilfsangebote bereithalte, wie Laila Riedmiller betont. Insgesamt acht Kritikpunkte an der Installation und dem Umgang des Künstlers mit dem sensiblen Thema haben die Feministinnen an den Künstler herangetragen.

Kommentare gelöscht

Ihre Kritik äußerten sie über die Social Media Kanäle des Künstlers, der sich jedoch ihrer Meinung nach, einer konstruktiven Auseinandersetzung mit ihren Kritikpunkten entzieht. So würden unerwünschte Kommentare auf dessen Instagram Account einfach gelöscht.

Der Verantwortung bewußt?

Dennis Meseg ist es gelungen mit seiner plakativen Installation „Broken“ bundesweit Aufmerksamkeit für seine Arbeit als Künstler zu erhalten. Er bediente sich dazu medienwirksam eines sensiblen Themas und eines weltweiten Gedenktages. Die öffentlichkeitswirksame Nähe zu frauenpolitischen Unterstützerinnen und Unterstützern in den Kommunen in denen er ausstellt, ist strategisch gut gewählt und verleiht seiner Installation Seriosität. Umso wichtiger ist es mit zunehmender Popularität, dass Dennis Meseg sich seiner Verantwortung bewusst ist. Gegenüber dem Thema und damit auch gegenüber den Opfern.

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