Studie zu Unternehmerfrauen im Handwerk
Presse

Unternehmerfrauen im Handwerk – hochqualifiziert und erfolgsentscheidend

Aktuelle Studie zur „Bedeutung mitarbeitender Unternehmerfrauen für ein zukunftsfähiges Handwerk“

In den vielfältigen Branchen des Handwerks sind zahlreiche Frauen tätig, von Auszubildenden und Gesellinnen bis hin zu Meisterinnen, von denen viele eigene Betriebe gründen. Eine zentrale Rolle in Handwerksbetrieben spielen aber auch mitarbeitende Familienangehörige, gerade in den kleinen und mittleren Unternehmen. Eine zum Jahresende 2017 erschienene Studie betont die Wichtigkeit der Unternehmerfrauen im Handwerk und ihre Schlüsselrolle für dessen zukünftige Entwicklung.

Mittels Fragebögen und Interviews untersuchten Wissenschaftlerinnen des Instituts für Technik der Betriebsführung im Deutschen Handwerksinstitut e. V. (itb) im Auftrag des Bundesverbands der Unternehmerfrauen im Handwerk (UFH) bundesweit die Situation von über 270 Unternehmerfrauen. Darunter fassten sie mitarbeitende Ehefrauen/Partnerinnen mit oder ohne Führungsverantwortung, Mitinhaberinnen/Teilhaberinnen sowie Geschäftsführerinnen, die im Unternehmen des Ehemannes oder Lebenspartners tätig sind. Vor allem Frauen zwischen 41 und 60 Jahren haben sich beteiligt, wobei die meisten aus Bayern, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen stammen. Die Befragten sind überwiegend im Ausbau- und Bauhauptgewerbe tätig, aber auch in Handwerken für den gewerblichen und privaten Bedarf, dem Kraftfahrzeug-, Lebensmittel- und Gesundheitsgewerbe.

Unternehmerfrauen: kluge Managerinnen und aktive Netzwerkerinnen

Die Forscherinnen stellen bezüglich der Rollenverteilung im Betrieb fest, dass meist der Mann die fachliche Geschäftsführung übernimmt, während seine Frau als kaufmännische Leiterin tätig ist. Dabei wandelt sich momentan dieses Rollenverständnis der Unternehmerfrauen– von der Unterstützerin zur Managerin des Betriebs mit wichtigen Organisations- und Planungskompetenzen. Viele von ihnen sind hoch qualifiziert, und zwar nicht mehr überwiegend durch „learning by doing“ im Berufsalltag, sondern auch durch Zusatzabschlüsse der Handwerkskammern (Fach- und Betriebswirtin). Diese Fortbildungen bietet auch die Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld neben kleineren Weiterbildungen zu Buchführung und Büroorganisation an, wenngleich diese nicht explizit auf Unternehmerfrauen ausgerichtet sind.
Insgesamt haben die Unternehmerfrauen in den letzten Jahren an Einfluss in handwerklichen Organisationen und in der Politik gewonnen. Der Erfahrungsaustausch in Netzwerken wie den UFH – die auch auf der Ebene der Kreise (Arbeitskreis Unternehmerfrauen im Handwerk Bielefeld – Gütersloh e.V.) und Bundesländer (www.unternehmerfrauen-nrw.de) aktiv sind – bedeutet ihnen sehr viel und stellt einen Ausgleich zum oftmals empfundenen Status der „Alleinkämpferin“ dar.

Während die meisten Unternehmerfrauen ihren sozialversicherungsrechtlichen Status durch die Statusfeststellung vollzogen haben, besteht weiterhin ein großer Bedarf an Information durch die Organisationen des Handwerks, um mit Blick auf Rente und Vorsorge über die Risiken einer Nichtfestanstellung aufzuklären.

Die aufschlussreiche Studie regt abseits des alle zwei Jahre verliehenen Preises „Unternehmerfrau im Handwerk“ des handwerk magazin dazu an, die Leistungen und Verdienste der Frauen für den Unternehmenserfolg anzuerkennen, ihre Potentiale weiterzuentwickeln und ihre Position gegenüber den Handwerksorganisationen und der Politik zu stärken.

Link zur Studie: www.itb.de