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Nachbericht: 6. Netzwerkveranstaltung mit 100 Gästen erneut ein voller Erfolg

"Zufall oder Plan?" - Frauenkarrierewege

Bielefeld, 26.09.2013. Einige Frauen planen ihre Karrieren gewissenhaft, bei anderen entscheidet eher der Zufall, was passiert. Das ist schon bekannt, wurde auf dem 6. Netzwerktreffen für Unternehmerinnen und Freiberufler aus OWL aber nochmals deutlich.
Unter dem Thema „Zufall oder Plan? – Frauenkarrierewege“ luden Vera Wiehe von der Wirtschaftsentwicklungs-gesellschaft WEGE mbH und Michaela Heinze vom Frauenbranchenbuch OWL Unternehmerinnen zu Fachvorträgen ein und später beim Speed Dating und Netzwerken selbst aktiv zu werden.

Nach einer Eröffnung der beiden Veranstalterinnen am 26. September im Technologiezentrum Meisenstraße, machten Christiane Rasper und Alexandra Busch den Anfang mit einem Vortrag zum Thema „Erfolgs- und Karrierestrategien für Frauen“. Die wichtigste Aussage dabei: „Frage nicht ‚ob‘, sondern ‚wie‘“. Zudem sei Karriere kein Stillstand, sondern immer ein lebenslanger Entwicklungsprozess. Und weil Frauen nun mal unterschiedlich sind, war für die beiden Referentinnen, selbst Unternehmensberaterinnen aus Bielefeld, auch klar, dass deswegen natürlich auch die individuellen Vorstellungen von „Karriere“ bei Frauen völlig unterschiedlich seien. Wichtig für Frauen, die Karriere machen und in ihrem Metier voll durchstarten wollen, sei auch – und vor allem – das Wissen darüber, was einen unverwechselbar mache und einzigartig sei. Dafür müsse man seinen Marktwert und seine Positionierung kennen und vor allem, wissen was man wolle. Als Unternehmensberaterinnen wissen Christiane Rasper und Alexandra Busch worüber sie sprechen, daher war auch das Schlusswort des Vortrags nicht verwunderlich: „Alles, was Sie brauchen, ist schon da. Sie tragen es in sich.“

Im zweiten Vortrag des Abends referierte Marlies Pelster-Wend zum Thema „Spaß statt Status – weibliche Karrieremotive“. Im Mittelpunkt des Beitrags standen die Ergebnisse der Brigitte-Studie „Frauen auf dem Sprung“. Bereits 2008 wurden darin zum ersten Mal junge Frauen nach ihren Zukunftsplänen befragt. Fünf Jahre später kamen dieselben Frauen noch einmal zu Wort. Unter der Leitung von Prof. Jutta Allmendinger, Präsidentin des WZB (Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung), brachte die Studie interessante Ergebnisse.So wollen die jungen Männer von heute nicht nur Frauen die ihr eigenes Geld verdienen, sondern begrüßen es, wenn diese mehr verdienen als sie selbst. Die größte Veränderung zu 2008 ist wohl, dass es nicht nur die Frauen sind, die sich Karrieren wünschen, sondern dass es vor allem Männer sind, die erfolgreiche Frauen an ihrer Seite haben möchten. Dabei überlassen sie die Erziehung und die Arbeit im Alltag trotzdem noch gerne ihren Partnerinnen, was diese vor erhebliche Herausforderungen stellt.
So wünschen sich 92 Prozent der befragten Frauen Kinder, aber nur die Hälfte ist tatsächlich bereits Mutter geworden. Insgesamt wurde in der Studie wie auch im Vortrag klar: Frauen zwischen 25 und 35 Jahren stehen vor schweren Entscheidungen und müssen oft wählen zwischen Kindern ohne Karrieren oder Karrieren ohne Kinder.

Vier Frauen, die erfolgreich Ihr Unternehmen aufgebaut und den Spagat mit der Familie geschafft haben, wurden in der folgenden Talkrunde unter dem Tenor „Zufall oder Plan – Frauenkarrierewege“ interviewt. Inge Brünger Mylius, Sylke Jakomeit-Kürbis, Anna von Mangoldt und Nuray Armitter haben auf unterschiedlichsten Wegen ihren Weg gefunden und Karriere gemacht.Sylke Jakomeit-Kürbis beantwortete die Fragenach ihrem Karriereweg  eindeutig:  „Geplant!“ Die Bielefelderin, die zusammen mit ihrem Mann seit 2002 Inhaberin einer Steuerberatung ist, nahm den Rat des Vaters an. Selbst Steuerberater, überzeugte er die Tochter denselben Weg einzuschlagen. So studierte sie BWL mit Schwerpunkt Steuerrecht, legte die schwere Prüfung erfolgreich ab und übernahm als Start Teilmandate ihres Vaters.
Im familiären Arbeitsklima ihres eigenen Unternehmens überstand sie auch die kurzfristige Kündigung von zwei Mitarbeitern. Durch ihr berufliches Netzwerk fand sie Verstärkung für ihr Team. In ihrer Steuerberatung setzt sie außerdem auf Authentizität im Umgang mit ihren Mandanten.
Für Anna von Mangoldt war der Karriereweg eher durch Zufall geprägt. Im Studium in England entdeckte sie ihre Liebe zu Farben. Zurück in Deutschland hat sie „einfach losgelegt“.  Heute verkauft sie Exklusiv als „Anna von Mangoldt – Farben & Gestaltung“  in Deutschland ihre Designfarben. Anna von Mangoldt berät ihre Kunden individuell bei der Gestaltung ihrer Räume und stellt eigene Wand- und Möbelfarben her.
Nuray Armitter, Inhaberin der „Goldschmiede Armitter“, kam 1995, mit 24 Jahren, der Liebe wegen nach Deutschland. Zu dem Zeitpunkt studierte sie PR. „Wenn man jung ist plant man nicht, abenteuerlich geht man daran“, sagt sie über ihren doch zufälligen Karriereweg. Mit der Ausbildung zur Goldschmiedin hatte sie ihren Weg gefunden und eröffnete bereits 2004 ihre eigene Werkstatt, bezeichnenderweise in der Goldstraße in Bielefeld.
Inge Brünger Mylius, seit 1994 Inhaberin und Geschäftsführerin der SMV Sitz- und Objektmöbel GmbH in Löhne beschäftigt derzeit 26 Mitarbeiter/innen. Zu einem symbolischen Wert kaufte sie das schuldenbelastete Unternehmen und brachte es innerhalb von neun Jahren in die Gewinnzone. Die gelernte Erzieherin absolvierte zu Beginn ihrer Unternehmerinnentätigkeit in Paderborn einen BWL Crash Kurs für Frauen und legte in allen Bereichen ihres Unternehmens selbst „Hand an“. Mittlerweile beliefert Inge Brünger-Mylius große Firmen wie Audi und Siemens europaweit mit Lounge Möbeln. Kein Wunder, also, dass sie Frauen, die ihre Karriere planen, rät: „Einfach machen.“

„Einfach machen“ war auch das Motto beim obligatorischen Speed Dating gegen Ende der Veranstaltung, bei dem in mehreren Runden die Frauen gegenseitig ihre Unternehmen oder einfach nur sich selbst vorstellen konnten. Beim Catering der „Himbeertoni“ aus Bielefeld  bot das Netzwerken einen runden Abschluss eines erfolgreichen Karriere-Abends.

Text: Christina Kröger
Fotos: Barbara Franke